Das Stiftshüttengebet

Das Stiftshüttengebet ist ein Gebetsparkour. Er hilft dir, deine Gedanken zu sortieren und zu strukturieren. Das Ziel ist es, Gott bzw. Jesus Christus zu begegnen. Es ist auf keinen Fall die Meinung, dass du möglichst schnell durch die Stiftshütte hindurcheilst und am Ende gibt es irgendwelche Anweisungen, sondern es geht um die Beziehung und um die Gemeinschaft mit Gott. Häufig gibt es schon unterwegs Antworten.
Gott hat Mose die Stiftshütte bauen lassen, als er mit seinem Volk in der Wüste von Sinai war. Dort sprach Gott zu Mose: «Mose, ich will, dass du mir einen Ort baust, wo ich dir und meinem Volk begegnen kann.» Mose ließ die Stiftshütte in der Mitte des Zeltlagers seines Volkes bauen. Die Stiftshütte war umgeben von einem weißen Vorhang, dem Vorhof. Darin gab es verschiedene Geräte und hinten ein Zelt. Im Zelt befand sich das Allerheiligste. Dort begegnete Gott dem Hohepriester. Die verschiedenen Geräte in der Stiftshütte sind Symbole, die auch noch für die heutige Zeit eine Bedeutung haben.
Während dem Stiftshüttengebet stellen wir uns bildlich vor die einzelnen Geräte hin und meditieren über die Bedeutung der Symbole für unser eigenes Leben. Dafür ist es wichtig, dass du dir die Stiftshütte bildlich vorstellen kannst. Mit der Kraft unserer Fantasie gehen wir also in die Stiftshütte. Wir erleben sie. Im Raum, den wir durch unsere Vorstellungskraft kreieren, kann der Heilige Geist beginnen, uns Sachen aufzuzeigen, uns zu berühren und zu verändern.
Das Ziel des Stiftshüttengebets ist es, dass wir am Schluss zuhinterst im Allerheiligsten ankommen. Gott ist dort und dorthin wollen wir gelangen. Es geht darum, Gott zu begegnen. Wir machen uns jetzt auf und gehen gemeinsam durch die Stiftshütte. Das Ziel ist es, vor Jesus zu stehen, dort, wo nur noch du und Jesus sein werden.
Der Vorhang

Du stehst mitten in der Wüste und siehst vor dir einen Berg. Am Fuße des Berges steht ein riesiges Zeltdorf und in der Mitte die Stiftshütte. Es ist heiß. Die Sonne brennt auf deiner Haut und ein warmer Wind weht dir den Sand um deine Arme und Beine. Du gehst ins Zeltdorf und läufst auf die Stifthütte zu. Rund um die Stiftshütte herum sind weiße Leinentücher gespannt. Nur vorne beim Eingang hängt ein vierfarbiger Vorhang. Er wird von der Morgensonne angestrahlt und leuchtet in allen Farben. Es ist ein schöner Anblick, der ein warmes Gefühl in deinem Herz hinterlässt. Der Vorhang breitet sich willkommen-heißend aus und wirkt so einladend. Er erinnert uns an die ausgestreckten Arme von Jesus. Jesus kommt dir mit seinen ausgestreckten Armen entgegen und sagt: «Sei willkommen. Ich bin die Tür.» Er umarmt dich. Du schaust ins Gesicht von Jesus und du siehst, wie glücklich er ist, dass du da bist. Er sagt dir: «Willkommen zuhause! Willkommen im Reich Gottes, mein Kind! Wie habe ich mich gefreut auf dich. Und so trittst du durch den Vorhang hindurch und Jesus nimmt dich mit in die Stiftshütte.
Der Brandopferaltar

Es eröffnet sich eine neue Welt. Vor dir siehst du den großen Brandopferaltar. Der Brandopferaltar ist aus Bronze gemacht. In seiner Mitte brennt ein Feuer. Die Priester schlachten gerade Lämmer und Ochsen, um sie nachher zu verbrennen. Die Priester legen den Juden, die kommen, die Hände auf, damit die Sünden der Juden auf die Opfertiere fallen. Anschließend schlachten und verbrennen sie die Opfertiere, damit die Sünden vergeben werden können. Aber du kommst nicht mit einem Opfertier, sondern mit Jesus. Er ist dein Opferlamm. Er hat deine Sünden auf sich genommen. Durch sein Blut hast du Vergebung, Schutz und Reinheit bekommen. Die völlige Erlösung von deinen Sünden. Du kannst Jesus nochmals ganz neu begegnen. An der Stelle des Brandopferaltars steht jetzt für dich das Kreuz. All deine Gebrechen, Krankheiten, Flüche, Minderwertigkeitskomplexe hat Jesus auf sich geladen und ans Kreuz getragen. Die Bibel sagt, dass du Satan durch das Blut von Jesus überwindest. Genau da am Kreuz bist du erlöst worden und der Teufel hat seine Macht verloren. Du stehst jetzt unter dem Segen Gottes. Darauf kannst du Jesus antworten: «Jesus, danke, dass du dein Leben für mich geopfert hast. Ich gebe dir meine Sünden. Ich bitte dich um Vergebung. Ich gebe dir meine Schmerzen und Krankheiten, meine Flüche und Minderwertigkeitskomplexe, meine Verletzungen und Enttäuschungen. Alles, was mich belastet, gebe ich dir ab. Du hast das alles am Kreuz getragen. Ich tausche das ein und du gibst mir dafür deinen Frieden, dein Leben, deine Kraft, deine Freude, deine Identität und deine Würde. Dein Blut reinigt mich von allem, was mich kaputt macht. Und so lässt du alles am Kreuz und Jesus führt dich mit deiner neuen Freiheit zum Waschbecken.
Das Waschbecken

Es ist ein großes Waschbecken, das innen mit Spiegeln ausgekleidet und mit Wasser gefüllt ist. In diesem Becken wuschen sich die Priester nach dem Opfern die Hände. Mit dem sauberen, klaren Wasser sieht das Waschbecken anziehend aus. Jesus hebt dich ins Waschbecken. Es erinnert dich daran, dass du mit der Taufe mit Jesus gestorben bist. Jesus wäscht alles aus dir raus, was nicht von ihm ist. Du gibst ihm deinen Körper und stellst dich ganz neu unter seine Herrschaft. So lebst nicht mehr du, sondern Jesus lebt durch dich. Das Waschbecken steht für deine Motivation und du kannst dich fragen: «Was treibt mich an? Was motiviert mich, das zu tun, was ich tue?» Und zu Jesus kannst du sagen: «Jesus durchforsche du mein Herz und prüfe meine Motive. Du bist nicht nur mein Erlöser, du kannst auch bestimmen in meinem Leben. Wasche du mich rein. Alles, was ich aus Egoismus mache oder um Menschen zu gefallen, darfst du wegwaschen. Meine einzige Antriebskraft soll deine Liebe sein. Alles, was ich tue, will ich tun, weil ich Gott über alles liebe.» Und so, reingewaschen von Jesus, können Jesus und du jetzt zusammen ins Heiligtum eintreten.
Der siebenarmige Leuchter

Das Erste, was im Zelt auffällt, ist der schimmernde siebenarmige Leuchter aus purem Gold. Er steht da, größer als wir selber, gefüllt mit Öl und es brennen sieben Flammen. Der Leuchter ist die einzige Beleuchtung im Zelt, aber es ist alles hell. Die Flammen scheinen so warm und einladend. Das Öl ist das Symbol für den Heiligen Geist. Er ist der Geist des Lebens und er bringt das Gute in uns hervor. Er ist der Geist der Erkenntnis, des Rats, der Einsicht, des Verstandes, der Kraft, der Weisheit und der Liebe. Gott möchte dich jeden Tag mit seinem Geist füllen. Du brauchst ihn jeden Tag neu. Er ist ein Geschenk an dich. Bitte ihn, dass er dich heute neu erfüllt. Dass er dir eine neue frische Salbung gibt. Jesus geht mit dir weiter.
Der Tisch mit den Schaubroten

Auf der rechten Seite steht ein Tisch, ganz aus Gold. Auf dem Tisch befinden sich Schaubrote, angeordnet in zweimal sechs Brote, die aufeinandergeschichtet sind. Die zwölf Schaubrote symbolisieren den Leib von Jesus. Der Leib Jesu ist die Gemeinde. Die zwölf fein säuberlich angeordneten Brote drücken aus, dass die Gemeinde von Gott wohlgeordnet und strukturiert ist. Du kannst beten: «Jesus, ich nehme meinen Platz in der Gemeinde ein. Du bist ein Gott der Ordnung und des Friedens und ich will meinen Teil im Leib einnehmen. Ich will mich hineingeben.» Der Leib Jesu ist auch das Brot des Lebens. In diesem Leib werden wir satt. Jesus sagte: «Ich bin das Brot des ewigen Lebens. Wer mich isst, wird nie mehr Hunger haben. Und wer mich trinkt, wird nicht mehr durstig sein.» Aus welcher Quelle lebst du? Jesus ist die Quelle des lebendigen Wassers. Du kannst zu Jesus sagen: «Jesus, da bei diesen Schaubroten esse ich diese Brote, weil du alleine mich satt machst. Du gibst mir die Fülle und den Frieden, die mir die Welt nicht bieten kann.» Jesus nimmt dich weiter mit und bleibt vor dem Räucheraltar stehen.
Der Räucheraltar

Der Räucheraltar ist aus Akazienholz gefertigt und mit Gold überzogen. Auf dem Räucheraltar werden Gewürze und Weihrauch verbrannt. Es duftet und der ganze Raum riecht nach Weihrauch. Der Räucheraltar befindet sich kurz vor dem Allerheiligsten. Früher war das Allerheiligste mit einem Vorhang abgetrennt und der Priester durfte nur einmal im Jahr vor Gott kommen. Als aber Jesus am Kreuz von Golgatha starb, zerriss der Vorhang von oben bis unten und der Zugang zu Gott ins Allerheiligste wurde frei für dich und für mich. Der Weihrauch steht für das Gebet, für den Dank, für das Lob Gottes. Im Psalm 100 kannst du lesen, dass wenn du zu Gott kommst, du das mit Begeisterung tun sollst. Es steht, dass du ihm zujubeln und fröhliche Lieder singen sollst, weil er gut ist zu dir. Seine Gnade hört niemals auf und für alle Zeiten ist er dir treu. Sage darum Gott danke für alles, wozu du Grund hast, um danke zu sagen. Begeistert sollst du ihm zujubeln und fröhlich in seine Gegenwart treten. Und so kommen Jesus und du in die Gegenwart Gottes, dem himmlischen Vater. Du kannst ihm sagen: «Danke für das Leben, das du mir gegeben hast, für meine Familie und meinen Freundeskreis. Danke für die Gemeinde, von der ich ein Teil sein darf.» Danke Gott für alles, wofür du ihm danke sagen möchtest. Mache ihm Komplimente und sage ihm, wie fest du ihn liebst. So wird dein Herz weich und du wirst bereit, Gott zu begegnen.
Das Allerheiligste

Im Allerheiligsten befindet sich Gott. Du kannst ihn zwar nicht sehen, aber du kannst ihn spüren, seine Gegenwart erleben. Zu seiner Rechten steht ein Thron und auf den Thron setzt sich jetzt Jesus hin. Durch Jesus kannst du jederzeit in die Gegenwart Gottes treten. Von diesem Thron gehen alle Autorität und alle Herrlichkeit aus. Gott, der Vater, freut sich auf dich. Durch Jesus bist du in Gottes Augen würdig, rein und heilig. Wie ein weißes Leintuch umgibt dich Jesus. Stell dir vor, dass du Gott entgegenrennst. Er strahlt einfach nur Liebe aus. Nirgendwo anders fühlt man sich so wohl, wie bei ihm. Er hat dich für eine Liebesbeziehung mit Jesus geschaffen. Geschaffen, um eine Ewigkeit mit ihm zu verbringen. Er schaut dich an und streckt seine Hände nach dir aus. Er möchte Zeit mit dir verbringen. Du darfst ihn alles fragen und ihn um alles bitten. Vielleicht möchte Jesus dir etwas zeigen oder dich auch einfach nur umarmen und halten. Was auch immer Jesus, Gott, jetzt macht, es ist deine Zeit mit ihm. Es sind nur noch du und dein Jesus da.